Ärger über geplante Brücken-Sanierung

Die Bahn-Unterführung zwischen Allrath und Barrenstein soll saniert werden. Das sorgt für Unmut unter Politikern. Die Befürchtung: Eine erneuerte, höhere Brücke öffnet dem Schwerstlastverkehr ein weiteres Tor nach Barrenstein.

Die Unterführung zwischen Allrath und Barrenstein soll verbreitert und die Brücke angehoben werden.

(NGZ) Breiter? Ja! Höher? Nein – auf keinen Fall! Das ist die Position des Planungsausschusses zu einem Vorhaben, das die Deutsche Bahn im Bereich der Kreisstraße 31 realisieren will. Konkret geht es um die dortige Bahnunterführung, die umfangreich saniert werden soll. Werden diese Pläne in die Tat umgesetzt, würde das erhebliche Nachteile für den Ort Barrenstein mit sich bringen, befürchten die Politiker.

Die Unterführung ist aktuell rund 8,50 Meter breit – und damit zu schmal, um vernünftige Radwege anzulegen, betonte der Technische Beigeordnete Florian Herpel im Fachausschuss. Würde sie – wie von der Bahn geplant – auf 11,75 Meter verbreitert, könnte die Situation für den Radverkehr an der Kreisstraße 31 deutlich verbessert werden. „Das wäre positiv“, meinte der Planungsdezernent. Kritisch sieht Herpel allerdings eine Veränderung der Durchfahrtshöhe.

Aktuell ist die Eisenbahnunterführung nur vier Meter hoch – und damit zu niedrig für Schwerlastfahrzeuge. Größere Lkw können diesen Bereich nicht passieren, und damit auch keine Abkürzung von der Bundesstraße 59 in den nördlichen Bereich des Industriegebiets Ost nehmen, betonte Herpel. Dies komme wiederum den Barrensteinern zugute, die von einem Teil des Lkw-Verkehrs verschont blieben.

Würde die Durchfahrt der Unterführung aber wie geplant um 50 Zentimeter erhöht werden, sei das durchaus mit Belastungen für das Dorf verbunden: Eine größere Zahl von Lkw könnte dann an der Allrather Kreuzung abbiegen, durch Barrenstein fahren, um über die Wevelinghovener Straße das Industriegebiet Ost anzusteuern, betonte Herpel. Die Stadt hat bei diesem Sanierungs-Projekt übrigens nicht die Planungshoheit. Zuständig für die K 31 ist der Kreis, der sich derzeit in Gesprächen mit der Deutschen Bahn befindet.

Die kritische Haltung der Verwaltung teilten die Politiker im Fachausschuss. „Es kann nicht in unserem Interesse sein, noch mehr Schwerlastverkehr durch die Ortsdurchfahrten zu führen – das ist nicht zumutbar“, sagte Martina Suermann-Igné (Mein Grevenbroich). Diese Bedenken müssten dem Rhein-Kreis und seinen Gremien so schnell wie möglich vorgetragen werden. Das sieht auch Birgit Gericke so. Eine Lösung mit Lkw-Durchfahrtsverbotsschildern lehnt die SPD-Politikerin von vornherein ab: „Die würden von vielen Fahrern ignoriert werden.“

Die Sanierungspläne sind nicht neu. Schon 2018 hatte der Rhein-Kreis die Bahn aufgefordert, die Brücke nach den aktuell geltenden technischen Voraussetzungen umzubauen – die Höhe sollte aufgestockt, die Durchfahrt verbreitert werden. In Barrenstein hatte das für Diskussionen gesorgt, denn auch ohne sanierte Brücke ist der Lkw-Verkehr dort schon hoch.

„Das hat begonnen, nachdem die Mautstation auf der B 59 aufgestellt wurde“, sagt Leo Oehmen (UWG). Viele Lastwagenfahrer würden die Säule umgehen, von der Bundesstraße in Richtung Oekoven abbiegen, um über Barrenstein ins Industriegebiet Ost zu gelangen. Werde die Unterführung saniert, könnten die mit dem Lkw-Verkehr verbundenen Belastungen noch höher werden, meint Oehmen. Mautpflichtigen Brummi-Fahrern werde damit ein weiteres Tor ins Dorf geöffnet.

„Zeitweise kommt man hier nicht über die Straße, weil der Verkehr so stark ist“, schildert der Barrensteiner. Weil die Bürgersteige im Dorf zum Teil nur 30 Zentimeter breit sind, sei es für die Anlieger – und vor allem für Kinder auf dem Weg zur Kita – schon bei normalem Pkw-Verkehr sehr gefährlich, diese Engpässe zu passieren. „Wenn dann auch noch mehr Lkw durch den Ort rollen, wird die Situation noch kritischer“, meint Leo Oehmen.

Wie konkret die Pläne für die Sanierung der Unterführung sind und wann sie umgesetzt werden sollen, bleibt erst einmal offen. Eine Anfrage unserer Redaktion verwies der Rhein-Kreis an die Deutsche Bahn. Die wiederum äußerte sich am Freitag nicht zu dem Vorhaben zwischen Allrath und Barrenstein.

Info

Mitteilung statt Tagesordnungspunkt

Mitteilung Die Information zur Brücken-Sanierung an der K 31 lief in der Sitzung des Planungsausschusses unter dem Punkt „Mitteilungen der Verwaltung“.

Kritik CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser zeigte sich davon irritiert. Er hätte zur Brücke lieber einen eigenen Tagesordnungpunkt mit Beschlussempfehlung gehabt. Damit hätte der Ausschuss die Möglichkeit gehabt, sich zu diesem Projekt zu positionieren, meinte Kaiser.

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