(NGZ) Noch in diesem Sommer sollen die ersten Arbeiten beginnen: In Allrath entsteht im Zuge der Rheinwassertransportleitung ein Verteilbauwerk. Dort wird das Wasser, das durch rund 2,20 Meter breite Leitungen fließt, künftig auf die Tagebaue Hambach und Garzweiler verteilt. Am Fuß der Vollrather Höhe sollen dafür bald die Bagger anrollen. Die Anlage wird etwa 50 Meter breit, mit Seitenlängen von rund 50 beziehungsweise 62 Metern und einer Höhe von sieben Metern. Der Rohbau für das L-förmige Gebäude ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Unumstritten ist das Vorhaben nicht: Der BUND hat zuletzt Bedenken geäußert und mehr Aufklärung gefordert. In Allrath wird die Situation jedoch etwas anders eingeschätzt. „Das Interesse der Allrather ist sehr groß, aber sie sind weniger besorgt“, sagt Cathrin Hassels, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. Im Rahmen der Mitgliederversammlung waren jetzt wieder Mitarbeiter von RWE vor Ort, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Erneut wurden Präsentationen und auch ein Zeitstrahl zum Vorgehen gezeigt. „In den nächsten Wochen soll das Ganze noch konkreter werden, deshalb sind auch weitere Informationsveranstaltungen geplant“, so Hassels.
Nach Angaben von RWE wurde Allrath gezielt als Standort ausgewählt, da der Ort an einem zentralen Punkt der Trasse liegt. Dort trifft das aus Dormagen kommende Rheinwasser ein und kann von dort aus effizient und bedarfsgerecht weitergeleitet werden. Auch zur Geräuschkulisse gibt RWE Entwarnung: Im laufenden Betrieb sei kein Lärm zu erwarten. Außerdem solle das Verteilbauwerk in das Landschaftsbild eingebunden werden.
„Unsere Anliegen sind immer klar von RWE beantwortet worden und wir Allrather haben auch einfach sehr lang mit der Braunkohle gelebt“, so die Vorsitzende. Ein Großteil der Bevölkerung habe bei RWE sowie bei angrenzenden Fabriken gearbeitet. Es gehe darum, mit Veränderungen leben zu müssen – dass das Bauwerk nach Allrath kommt, sieht die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft nicht als Nachteil.