Dorf­ver­ei­ne pla­nen Ak­ti­vi­tä­ten fürs neue Jahr

(NGZ) Fast zwei Jah­re Co­ro­na ge­hen auch an den Dorf­ge­mein­schaf­ten nicht spur­los vor­über, vie­le Sit­zun­gen wur­den ver­scho­ben oder wa­ren nur di­gi­tal mög­lich. Trotz Ein­schrän­kun­gen wol­len die Eh­ren­amt­ler 2022 neue Pro­jek­te vor­an trei­ben – ei­ni­ge Bei­spie­le:

All­rath Der Ver­ein „All­rath ak­tiv“ möch­te in die­sem Jahr gern er­rei­chen, dass in al­len Ge­schäf­ten und bei Dienst­leis­tern im Ort bar­geld­los be­zahlt wer­den kann. „Bis­lang ist das nicht über­all mög­lich“, er­läu­tert Vor­sit­zen­de Ca­th­rin Has­sels. An­lass da­für ist die im Vor­jahr er­folg­te De­mon­ta­ge des Spar­kas­sen-Geld­au­to­ma­ten in ei­nem Haus am All­ra­ther Platz. Laut dem In­sti­tut er­folg­te der Schritt aus Si­cher­heits­grün­den und we­gen ge­rin­ger Fre­quenz. „Für Be­sor­gun­gen im Dorf sol­len die All­ra­ther nicht erst in die Süd­stadt fah­ren müs­sen, um Bar­geld zu ho­len“, sagt Has­sels. Im Herbst ha­be es be­reits ein Tref­fen ge­ge­ben. Die Spar­kas­se Neuss ha­be sich be­reit er­klärt, mit den Ge­schäfts­leu­ten über die Ein­füh­rung des bar­geld­lo­sen Be­zah­lens zu spre­chen.

Für 2022 an­ge­dacht ist auch der Auf­bau ei­nes In­sek­ten­ho­tels an der Voll­ra­ther Hö­he. Der Ver­ein hof­fe dar­auf, dass sich das Dorf­le­ben im Lau­fe von 2022 wie­der in nor­ma­le­rem Rah­men ab­spie­len kann. Das Dorf­ca­fé in der Grill­hüt­te mit be­grenz­tem Platz soll erst im Mai wie­der star­ten, „dann kam man auch wie­der et­was drau­ßen ma­chen.“

Frim­mers­dorf Den Platz am Eh­ren­mal an der Erft­stra­ße will der Obst- und Gar­ten­bau­ver­ein Frim­mers­dorf als Mit­tel­punkt im Ort wei­ter auf­wer­ten. „Da­für soll die al­te Brun­nen­an­la­ge, die we­gen der schlech­ten Fi­nanz­la­ge der Stadt nicht mehr be­trie­ben wird, rück­ge­baut wer­den“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Heinz-Wal­ter Jan­sen. An der Stel­le will der Ver­ein Neu­es schaf­fen: „Wir wol­len ein schö­nes Beet mit ei­nem Baum im Mit­tel­punkt und In­sek­ten­schutz­freund­li­chen Pflan­zen an­le­gen“, sagt Jan­sen. Drum­her­um soll mit den vom Brun­nen vor­han­de­nen Stei­nen ge­pflas­tert wer­den, „au­ßer­dem wol­len wir zwei Edel­stahl­bän­ke auf­stel­len, die wir schon be­schafft ha­ben“, er­läu­tert Jan­sen. „Wir hät­ten das Pro­jekt gern be­reits 2020/21 um­ge­setzt, aber die of­fi­zi­el­le Ge­neh­mi­gung der Stadt ließ auf sich war­ten.“ Der Rat ha­be nun zu­ge­stimmt. „Wir hof­fen jetzt, dass die Stadt­be­trie­be den Brun­nen end­lich zu­rück bau­en.“ Für mehr Son­nen­licht sol­len auch zwei Kie­fern ent­fernt wer­den, we­gen der Vo­gel­brut­zeit „muss das bis März pas­sie­ren“.

Gin­dorf Auf der „Al­ten Ver­la­de­stra­ße“ wird der Ver­ein „Gin­dorf e.V. in die­sem Jahr ei­ne Spiel­flä­che fer­tig­stel­len. Zwei Tur­nier­fel­der des Boule-Sports wird es dann auch in Gin­dorf ge­ben. „Wir wer­den die Spiel­flä­che mit Pflas­ter um­ge­ben, um den Spiel­be­trieb auch hier bei durch­wach­se­nem Wet­ter zu er­mög­li­chen“, er­klärt Tho­mas Be­cker als Aus­füh­ren­der der Bau­ar­bei­ten. Ne­ben der An­la­ge wer­den noch Bäu­me ge­pflanzt, die an hei­ßen Ta­gen ein we­nig Schat­ten spen­den. Und auch Bän­ke wird es ge­ben. „Die An­la­ge ha­ben wir ge­baut, um Men­schen zu­sam­men­zu­füh­ren und da­mit ei­ne Platt­form zu schaf­fen, die ge­mein­sa­me Frei­zeit je­der­zeit mög­lich macht“, sagt Da­ni­el Breu­er, der für den Spiel­be­trieb ver­ant­wort­lich zeich­net. „Na­tür­lich wird es auch Tur­nie­re ge­ben, bei de­nen sich Boule-Mann­schaf­ten mes­sen kön­nen.“ Der Ver­ein „Gin­dorf e.V.“ – der im Vor­jahr mit dem Hei­mat­preis der Stadt aus­ge­zeich­net wur­de – be­ein­flusst durch sei­ne Ar­beit be­reits seit Jah­ren das Er­schei­nungs­bild des Or­tes. Das bis­her grö­ß­te Pro­jekt ist die Wie­der­her­stel­lung der „Al­ten Ver­la­de­stra­ße“, das im­mer wei­ter aus­ge­baut wird. Ab dem nächs­ten Jahr soll ein „Kin­der­zau­ber­pfad“ ent­ste­hen.

Hülchrath Plä­ne gibt es reich­lich in der Dorf­ge­mein­schaft Hülchrath. Be­reits be­stellt ist ein De­fi­bril­la­tor, der öf­fent­lich zu­gäng­lich sein soll. „Aber wie bei vie­lem an­de­ren gibt es Lie­fer­schwie­rig­kei­ten“, er­klärt Vi­ze­vor­sit­zen­der Paul Steins zum 3000-Eu­ro-Pro­jekt, ei­ne Ge­mein­schafts­ak­ti­on der Dorf­ge­mein­schaft und der St.-Se­bas­tia­nus-Bru­der­schaft. Das Ge­rät wird in ei­nem Kas­ten na­he dem Se­bas­tia­nus­haus auf­ge­hängt. Even­tu­el­le Die­be ab­schre­cken soll ein lau­tes akus­ti­sches Si­gnal, das beim Öff­nen des Kas­tens er­tönt.

Er­neu­ert wer­den sol­len 2022 die Be­grü­ßungs­schil­der an den Orts­ein­gän­gen. „Die se­hen nach 18 Jah­ren nicht mehr so schön aus, durch die Son­ne ist die Schrift ver­blasst“, er­läu­tert der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de. Künf­tig soll auf den Schil­dern auch das Lo­go der Dorf­ge­mein­schaft zu se­hen sein.

Län­ger wird es beim ge­plan­ten bar­rie­re­frei­en Um­bau des Se­bas­tia­nus­hau­ses dau­ern. „Im Ober­ge­schoss ist der ein­zi­ge grö­ße­re Ver­an­stal­tungs­saal im Ort, er soll für al­le Men­schen nutz­bar sein“, be­tont Paul Steins. Zu den Um­bau­plä­nen ge­hö­ren ein Auf­zug im Haus ins Ober­ge­schoss, ein Be­hin­der­ten-WC und ei­ne Ram­pe am Ein­gang. „Wir ha­ben ei­ne Bau­vor­anfra­ge an die Kir­chen­ge­mein­de for­mu­liert, ste­hen in Ge­sprä­chen.“

Rund 150.000 bis 180.000 Eu­ro wür­de das Pro­jekt kos­ten. „Denk­bar ist ei­ne Rea­li­sie­rung in meh­re­ren Schrit­ten. Wir hof­fen, dass wir viel­leicht schon 2022 los­le­gen kön­nen.“

Neu­en­hau­sen Beim För­der­ver­ein „Neu­en­hau­sen heu­te und mor­gen“ sol­len bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung im März die Ak­tio­nen für 2022 be­spro­chen wer­den. An­ge­dacht ist, den Kreis­ver­kehr auf der L361 am Orts­ein­gang an der Wup­per­stra­ße neu zu be­pflan­zen und zu ge­stal­ten, er­klärt Yan­nick Gel­ler vom Vor­stand. „Der dort vor ei­ni­gen Jah­ren ge­pflanz­te La­ven­del hat sich lei­der nicht so ent­wi­ckelt, zeit­wei­se sieht er recht grau und trost­los aus. Wir hat­ten die Idee, dort far­bi­ge Ku­geln ei­ner Künst­le­rin zu plat­zie­ren. Wir wol­len nun über­le­gen, wie wir das rea­li­sie­ren kön­nen, und müs­sen uns da­für wei­ter­hin mit Stra­ßen.NRW und der Stadt ab­stim­men.“

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