(NGZ) Es ist das erste sichtbare Zeichen dafür, dass dort bald etwas Großes passiert: Die Tore des Bolzplatzes an der Bongarder Straße wurden abgebaut. Es wurde Platz geschaffen für den Bau eines neuen, öffentlichen Sport- und Freizeitbereichs für Jugendliche. Hintergrund ist eine stadtweite Initiative, bei der insgesamt fünf Sportanlagen entstehen sollen, um eine dezentrale und wohnortnahe Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Auf dem Zettel stehen außer Allrath auch die Ortsteile Gustorf, die Südstadt und Kapellen.
„Wir haben im Stadtgebiet über 70 Spielplätze, für die Altersgruppe unter zwölf Jahren sind wir richtig gut aufgestellt“, sagt Christian Abels, Leiter der Kinder- und Jugendförderung der Stadt. „Wir wollen aber auch die Altersgruppe ,14 plus’ mehr in den Blick nehmen.“ Die Anlage soll bewusst offen gestaltet werden, ohne Vereinsmitgliedschaft. Sie soll für jedermann zugänglich sein.
Diese Sportmöglichkeiten
soll es geben
Bei einer Infoveranstaltung am Dienstagabend in Allrath wurden die Pläne vorgestellt. Zentrales Element der Anlage soll demnach ein Soccer-Court werden. Das Kunstrasen-Kleinspielfeld soll die Förderung von Bewegung sowie den Teamgeist unterstützen, heißt es beim Jugendamt. Als weiteres Element ist ein „3-gegen-3-Basketballfeld“ geplant, das im olympischen Spielformat platzsparend und flexibel ist.
Zusätzlich soll eine Calisthenics-Anlage entstehen – ein Outdoor-Fitnessbereich mit Geräten für Ganzkörpertraining. Sie wird in Kooperation mit dem TV Allrath umgesetzt, der sich aufgrund seiner Nähe zur Anlage um die Instandhaltung kümmern soll. „Die Geräte sind auch schon da“, heißt es vom Verein. „Sie sind gekauft und eingelagert.“ Auch plant der TV, die bereits vorhandene Sportbox, die aktuell vor der Turnhalle steht und dort kaum genutzt wird, auf die Flächen des neuen Jugendparks umzusetzen.
Im Aufenthalts- und Begegnungsbereich sind verschiedene Sitzgelegenheiten sowie Tischtennisplatten geplant. „Es geht uns darum, einen Ort des Austauschs zu schaffen“, sagt Christian Abels und ergänzt: „Es geht uns darum, die Kinder weg vom Sofa und dem Handy zu kriegen.“ Am Eingang des Parks sollen zudem ausreichend Fahrradstellplätze geschaffen werden.
Zeitplan und Investitionen
Für die Ideen gibt es nun eine Entwurfsplanung. Auf dieser Grundlage sollen im nächsten Schritt ein Lärmgutachten erstellt werden. Auch soll der Boden auf mögliche Munitionsreste aus Kriegszeiten hin untersucht werden. „Die Elemente, die geplant sind, bleiben auf jeden Fall, es könnte sich nur noch etwas an der Anordnung ändern“, sagt Abels. Sobald die Ergebnisse vorliegen, soll der Bauantrag eingereicht werden. Der Baubeginn ist für den Spätsommer 2026 vorgesehen; die reine Bauphase dauert nach Angaben der Stadt etwa drei bis sechs Monate.
Die Kosten für den Jugendpark werden mit rund 450.000 Euro angegeben. „Grevenbroich ist nun im dritten Jahr aus der Haushaltssicherung raus und kann somit wieder Gelder für andere Maßnahmen einsetzen“, sagt Florian Herpel, Beigeordneter der Stadt. Der Jugendpark zähle genau dazu.
Unterstützt durch Jugendarbeit
Der Park soll außerdem durch die mobile Jugendarbeit ergänzt werden. „Pädagogische Fachkräfte sollen rausgehen und direkt vor Ort mit den Jugendlichen in Kontakt treten“, sagt Abels. Diese Beziehungsarbeit solle Konflikte vermeiden und Jugendliche im Alltag unterstützen. Zugleich soll so präventiv ein gutes Miteinander im öffentlichen Raum gefördert werden – etwa mit Blick auf Lärm oder Müll, Rücksichtnahme auf Anwohnerinnen und Anwohner sowie vereinbarte Nutzungszeiten. Um diese Zeiten zusätzlich einzugrenzen, soll der Park nicht beleuchtet werden, und so eine natürliche Schlusszeit schaffen.
Woher kommt die Initiative?
Nicht nur bei Jugendlichen, die sich auf ihre neue Sportanlage freuen, ist der Jugendpark derzeit Thema. Rund zehn Jahre lang war die Errichtung des Parks immer wieder Thema in der Grevenbroicher Politik. Jetzt, da der Baubeginn absehbar ist, reklamieren sowohl CDU als auch SPD die Initiative für sich. In einer Pressemitteilung der CDU heißt es: „Schon 2016 hatte Max von Borzestowski als Vorsitzender der Jungen Union die Schaffung von Flächen für die Jugend beantragt und war seitdem am Ball geblieben.“ Zudem habe die Junge Union nach Angaben der CDU wiederholt dafür geworben, im gesamten Stadtgebiet Flächen ausdrücklich der Jugend zur Verfügung zu stellen. „Die Jugendparks sind für mich so etwas wie meine politischen Babys und ein Riesenerfolg für die Jugend in Grevenbroich“, sagt von Borzestowski.
Auch die SPD sieht sich bei der „größten Investition in die Jugend seit Jahrzehnten“ in einer tragenden Rolle. Zwar habe es immer wieder Dialoge gegeben, an denen auch die CDU beteiligt gewesen sei, sagt Philipp Bolz (SPD), Ratsherr für Allrath. „Ich habe die Planung aber vorangetrieben und stand dazu auch regelmäßig mit dem TV Allrath im Austausch“, sagt Bolz. Zudem habe er bereits 2023 eine Beteiligungsaktion initiiert, bei der die Wünsche und Ideen von Jugendlichen gesammelt worden seien. Diese Ergebnisse seien anschließend in die Planung der Elemente eingeflossen.