(NGZ) Bei einer Jahreshauptversammlung in der Alten Feuerwache haben die Mitglieder des SPD-Stadtverbands einen neuen Vorsitzenden gewählt. Bei der geheimen Wahl stimmten rund 83 Prozent für den 30-jährigen Philipp Bolz, der ohne Gegenkandidat angetreten war. Der Allrather Ratsherr, der auch stellvertretender Bürgermeister ist, folgt damit auf Daniel Kober, der viereinhalb Jahre an der Spitze des Stadtverbands stand. Kober hatte vor der Versammlung erklärt, sich stärker auf seinen Beruf konzentrieren und deshalb kein weiteres Mal für das Amt kandidieren zu wollen. Philipp Bolz wurde für zwei Jahre gewählt.
Bei der Wahl waren nur knapp 50 der aktuell 311 Stadtverbandsmitglieder anwesend. Sie wählten nicht nur einen neuen Vorsitzenden, sondern auch zwei neue Stellvertreter: Auf Mona Bergs und Martin Marquardt folgen Kirstin Kingerske und Ceylan Er. Zur Kassiererin wählten die Sozialdemokraten die Frau des Bürgermeisters, Karin Kroppenstedt-Krützen. Schriftführerin wurde Annika Bongartz.
Der neue Mann an der Spitze des Stadtverbands hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert, auf Lehramt studiert und ist aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Seit zehn Jahren ist Philipp Bolz Mitglied der SPD. Zu seinen Stärken zählt er die Bürgernähe. „Es gibt Orte in Deutschland, wo die SPD den Bezug zu den Menschen verloren hat. Das ist in Grevenbroich anders“, sagt Bolz, der einen Fokus auf die Kümmerer seiner Partei in den einzelnen Stadtteilen legen möchte. „Das ist mein oberstes Ziel: Kümmerer zu finden, die noch stärker wahrgenommen werden.“ Bolz gehe es auch darum, „stille“ SPD-Mitglieder zu aktivieren – und überdies junge Menschen explizit für Kommunalpolitik zu begeistern.
Beschäftigen wird sich die Partei in seiner Amtszeit möglicherweise auch mit einer internen Umstrukturierung. Denn in der SPD wird über eine Verschmelzung der aktuell drei bestehenden Ortsvereine zu einem großen „Ortsverein Grevenbroich“ diskutiert, die laut Bolz Vor- und Nachteile hat, die abgewogen werden müssen. Um Kapazitäten bündeln zu können, hatte es schon in der Vergangenheit eine Zusammenlegung gegeben.