Historisches

Historisches


Allratherhof
  (Nobis – Steprath – Meller)

Im 17. Jh. waren Petri und Margareta Nobis geb. Grünreis Besitzer des Allratherhofs. Durch Heirat von Tochter Adelheid Nobis (1669 -1739) mit Bernardus Steprath (1670 – 1712), geboren in Neuss und in Neukirchen aufgewachsen, fiel der Hof 1694  an Familie Steprath. In den 1780er-Jahren wurde der Hof durch einen Brand vollkommen zerstört. Peter Steprath (1728 – 1796) errichtete 1787 das jetzige Wohngebäude, das 1896 um einen Anbau mit Torbogen erweitert wurde.
Hubert Steprath (1842-1881) heiratete 1871 Maria Kruchen, Besitzerin des Allrather Kruchenhofs. Aus der Ehe ihres Sohnes Paul Adam Hubert mit Gertrud Steprath geb. Heuser gingen die Kinder Hubert (1910-1963), Franziska (1919-1993) und Winand Steprath (1921-1983) hervor, die letzten hier aufgewachsenen Bewohner.
Heinrich und Franziska Meller geb. Steprath veräußerten den Hof Anfang der 1990er-Jahre an einen Investor, der ihn unter dem Namen „Mellerhof“ zu einer modernen Wohnanlage umbaute. Den gegenüber liegenden Garten übernahm die Stadt Grevenbroich. Beide stehen unter Denkmalschutz.
In der Familiengruft  auf dem Allrather Friedhof befinden sich 14 Särge der von 1844 – 1963 Verstorbenen. Ein Glasfenster im Rittersaal des Alten Schlosses Grevenbroich mit dem Familienwappen bezeugt bis heute die Bedeutung der Familie.
15.08.2013 RE



Kruchenhof (Classen – Kruchen – Münker)

Der Gutshof wurde 1782 von der Allrather Familie Classen erbaut. Durch Heirat von Anna Barbara Josepha Classen (1799 – 1874) mit dem vom Quackshof bei Jülich stammenden Paulus Kruchen (1796 – 1884) fiel er 1826 an Familie Kruchen. Gutsbesitzerin Maria Kruchen (1843 – 1920) heiratete 1871 Johann Benjamin Hubert Steprath, den Besitzer des Allratherhofs. In der Gruft der Familie Kruchen auf dem Allrather Friedhof befinden sich 7 Särge mit den von 1872 – 1884 Verstorbenen.
Um 1900 fand ein Besitzerwechsel statt. Familie Müller aus Sinsteden erwarb den Hof und verpachtete ihn an Ökonomierat August Münker (1849 -1941). Nach ihm wurde die Schulstraße 1930  im Zuge der Kommunalreform in August-Münker-Straße umbenannt. Als Gutspächter folgten Richard und Gertrud Münker geb. Denhoven. Deren Sohn August Münker (1916-2010) war der letzte Pächter des Kruchenhofs (im Dorf „Münkerhof“ genannt).
In den 1950er-Jahren verkaufte Heinrich Müller Hof und Ländereien an die Rheinbraun AG. Diese errichtete 1958/59 auf dem Gelände im Zuge der Aufschüttung der Vollrather Höhe die Siedlung „Am Kruchenhof“. Die ehemaligen Gutsgebäude blieben bestehen und wurden in Einzelwohnungen umgebaut. Seit den 1990er-Jahren befinden diese sich in Privatbesitz.
15.08.2013 RE



Ehemalige Gastwirtschaft Verhagen

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Dieses Haus wurde 1780 erbaut und ist, soweit bekannt, das älteste Haus im Ort. Ob hierin bereits von Anfang an eine Gastwirtschaft bestand bzw. wann sie eingerichtet wurde ist unbekannt.
Nach Zeitungsberichten wurden hier im „Lokale des Wirthen Verhagen“ am 18.11.1897 vom Königlichen Regierungspräsidenten Düsseldorf auf Antrag der Königlichen Eisenbahn-Direktion Köln Verhandlungen zum Eisenbahnbau geführt. Mit den Grundbesitzern aus  Allrath, Barrenstein und Oekoven nahm man die Wertabschätzungen der Ländereien vor, die für die geplante Eisenbahnlinie Grevenbroich – Köln benötigt wurden. Die Eröffnung der ersten Teilstrecke Grevenbroich-Pulheim erfolgte am 1. Oktober 1898, die weitere Anbindung bis Ehrenfeld am 1. April 1899. Damit endete der bis dahin übliche Transport von Personen und Gütern mit der Pferdekutsche.
Um 1920 lautete der Name des Gasthauses „Restauration Ww. Heinr. Verhagen“. Bis in die 1960er-Jahre führten die Geschwister Johann, Christine und Maria Verhagen, letztere im Dorf als „Quack’s Marie“ bekannt, hier eine Wirtschaft. Nach Übergang auf Familie Wiersma wurde 1984  die Gaststätte „Allrather Hof“ eröffnet und bis zum Verkauf des Hauses an Familie Gluch von verschiedenen Pächtern weitergeführt. 2002 wurde das Haus zur privaten Nutzung umgebaut.
15.08.2013 RE



Alte Vikarie und alte Schule

Pfarrer Johannes Grünreis und einige Bürger schufen 1655 und 1665 in Allrath die Grundlage, „Frühmessen und Schull zu halten“ in der Absicht, „die Jugend in den Wissenschaften zu unterrichten und zu Frömmigkeit und guten Sitten zu erziehen“. Dafür wurde später noch „Schaufs Erbe mit Haus, Baumgarten und Kamp“ hinzugekauft.
Der Unterricht fand im Haus des Vikars statt, der erste war Petrus Olligs von 1703-1706. Nach Einsturz seines Hauses „aus Alterthum“ im Jahr 1777 wurde 1825 nach langen Jahren der Improvisation auf der Schulstraße (heute August-Münker-Straße 10 und 12) ein neues Vikariehaus mit daneben liegender Schule gebaut. Sie bestand aus nur  einem Raum für alle Schüler einschließlich der Barrensteiner Kinder, die 1835 eine eigene Schule erhielten.
1829 wurde den bürgerlichen Gemeinden die Bestellung eines „weltlichen“ Lehrers übertragen. In der sich daraus entwickelnden Kontroverse lag die Lösung u.a. darin, dass die Kirche die Schule an die Gemeinde abtrat, die ihr dafür 1845 ein neues Pfarrhaus am Matthäusplatz baute.
Um 1900 waren die Platzverhältnisse so beengt, dass teilweise sechs Kinder in einer Bank sitzen mussten. Bei der Versorgung des Dorfs mit Elektrizität wurde 1912 auch die Schule mit angeschlossen. 1926 wurden drei Klassen mit 80 Schülern in zwei überfüllten Räumen unterrichtet. Deshalb mietete man im anschließenden Haus der Familie Brings einen Klassenraum und eine Lehrerwohnung an. 1932 wurde am Allrather Platz eine neue Schule mit vier Klassenräumen gebaut.
15.08.2013 RE



Friedhof von 1859

Infolge des deutlichen Anstiegs der Einwohnerzahlen beschlossen 1855 die Gemeinderäte von Allrath und Barrenstein, die Toten nicht mehr an der Kirche auf dem „Kirchhof“ zu begraben, sondern einen neuen Friedhof für beide Gemeinden anzulegen. Dieser wurde 1859 am Ortsrand von Allrath errichtet und mit einer großen Kreuzigungsgruppe aus Sandstein (einem „monumentalen Calvarienberg“) geschmückt. Anfang des 20. Jhs. erhielt Barrenstein einen eigenen Friedhof.
Vor dem Hochkreuz befinden sich die Gräber der Allrather Pfarrer Hermann Joseph Pannenbecker (von 1835-1875), Heinrich Happekotte (von 1887-1892) und Joseph Feldmann (von 1925-1935). Der Weg davor wird von alten Grabstätten und Gruften der wohlhabenderen Familien und Gutsbesitzer aus Allrath und Barrenstein eingerahmt.
An der Rückseite errichtete die Gemeinde Allrath 1922 ein Ehrenmal zum Gedenken an die im 1. Weltkrieg gefallenen und vermissten Dorfbewohner. Es bestand aus einem Gedenkstein in Form eines Sarkophag-Deckels und 27 Steinkreuzen mit den eingemeißelten Namen. Die Christusfigur schuf der Düsseldorfer Bildhauer Gustav Rutz. Der 2. Weltkrieg forderte das Leben von 73 Allrather Bürgern, an die 8 Steinkreuze sowie die auf Pfeilern aus Basaltlava eingemeißelten Namen erinnern.
In der umlaufenden Mauer sind 3 Terrakotta-Reliefs mit Darstellungen des Leidens Christi eingelassen, hergestellt um 1900 im Kölner Raum. Diese sowie die  Kreuzigungsgruppe und das Ehrenmal stehen unter Denkmalschutz.
15.08.2013 RE



Grabstelle Kruchen

Nach langen und umfangreichen Bemühungen konnten endlich die Restaurierungsmassnahmen an der Grabstelle der Familie Kruchen auf dem Allrather Friedhof beendet werden.
Seit vielen Jahren bemühte sich unser Mitglied und Hobbyhistoriker Rolf Esser um diese Grabstelle. Die Grabstelle liegt am Hauptweg des Friedhofes in Nachbarschaft zu den Gräbern unserer verstorbenen Dorfpfarrer und des Mahn-/Ehrenmales und war viele Jahre unschön anzusehen. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Rolf Esser und mit Hilfe und Unterstützung der Dorfgemeinschaft Allrath aktiv e.V. konnte nun rechtzeitig zum Schützenfest 2012 die Grabstelle wieder in einem ansehnlichen und würdigen Zustand der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Auf dem Originalsockel aus Sedimentstein wurde, genehmigt durch die Verwaltung der Stadt Grevenbroich, eine entsprechende Kreuznachbildung gesetzt, die dem Original nachempfunden ist.
Mit tatkräftiger Unterstützung eines Mitgliedes, eines Fachbetriebes aus dem Ort, auch Mitglied in der Dorfgemeinschaft und eines auswärtigen Fachbetriebes wurde die Grabstelle restauriert. Hierfür sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus!
Mit dieser Grabstelle wird wieder ein Stück Allrather Geschichte präsent.



Wahlershof und die Schule

Im 18. Jh. werden Bernard Christian Wahlers (geb. 1710 in Allrath) und Sybilla geb. Schweitzers, danach Ferdinand Wahlers und Elisabeth geb. Classens als Besitzer des Wahlerhofs genannt. Ihnen folgten Christian (1803 – 1871) und Eva Wahlers geb. Meul (1822 – 1876), danach Lambert Wahlers. Totenzettel aus der 1. Hälfte des 19. Jhs. belegen familiäre Verbindungen zum Gut Vollrath. Gegen Ende des 19. Jhs. ist der damals größte Hof im Dorf abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden.
Die Katholische Kirchengemeinde Allrath erwarb 1918 das 68 ar große Gelände von den Eigentümern Hermann und Catharina Kieselstein geb. Wahlers aus Düren, um darauf eine neue Kirche zu bauen. 1925 verwarf man diesen Plan wieder und verkaufte das Grundstück an die Gemeinde Allrath. Diese errichtete darauf 1930/32 eine neue Schule mit vier Klassenräumen. 1963-1965 erfolgte eine Erweiterung auf acht Klassenräume und der Anbau einer Turnhalle. 
Im Jahr 2015 wurde der Schulbetrieb allerdings eingestellt. Seither dient das Gebäude als Begegnungsstätte unter dem Namen “FASA” (Forum Alte Schule Allrath).
Ein Teil des Geländes auf der Kurze Straße wurde 1925 an Privatleute verkauft zum Bau von vier Wohnhäusern. Volkstümlich  wurde der Hof – aus welchem Grund auch immer –  Schwanenhof genannt. So kam die Kurze Straße 1975 infolge der Kommunalen Neugliederung zu ihrem neuen Namen „Am Schwanenhof“.
Bei der Erweiterung der Turnhalle im Jahr 2011 stieß man beim Aushub auf die Betonröhre eines Bunkers, der hier während des 2. Weltkriegs zum Schutz der Bevölkerung gebaut worden war. Dabei wurden auch Mauerreste des alten Wahlershofs freigelegt.

15.08.2013 RE



Katholische Kirche St. Matthäus

Am 21. September 1117, dem Festtag des Apostels und Evangelisten Matthäus, weihte der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenberg die im romanischen Stil mit zwei Altären gebaute Kirche ein. Dies geht eindeutig aus dem Gründungsweihestein hervor, der im Inneren der jetzigen Kirche angebracht ist. Ob dies tatsächlich der erste Kirchbau in Allrath war, darüber darf spekuliert werden.
Nach mehr als 6 Jahrhunderten befand sich die 1117 erbaute Kirche in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb wurde sie nach 675 Jahren abgerissen und 1792 durch einen Neubau ersetzt.  Aufgrund der schlechten Bausubstanz musste die Kirche 1965 – mit Ausnahme des Turms – abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Stand nach dem Neubau 1965 zunächst nur der Kirchturm aus dem Jahr 1792 unter Denkmalschutz, so ist seit 2017 das gesamte Gotteshaus einschließlich Nebengebäude unter Denkmalschutz gestellt.

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Für das Dorf-Café am Sonntag, 21. Oktober 2018 werden noch fleißige Helfer/innen gesucht.
Interessierte melden sich bitte bei Cathrin Hassels unter Telefon Nr. 212443.

Wenn Sie Gastgeber/in beim diesjährigen Lebendigen Adventskalender sein möchten, melden Sie sich bitte hier an.

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